Methode

Die Datenerhebung zur Studie Wirtschaftliche Lage des Rundfunks in Deutschland 2016/17 wurde Mitte 2017 durchgeführt. Dabei wurden sämtliche deutsche private Fernseh- und Hörfunkanbieter nach ihren wirtschaftlichen Kennzahlen befragt. Bei der aktuellen Studie handelt es sich, ebenso wie in allen Vorgängerstudien, um eine Vollerhebung – d.h. alle Rundfunkunternehmen in Deutschland wurden befragt und bei der Auswertung mit einbezogen.

Grundgesamtheit

Die Grundgesamtheit setzte sich aus allen Anbietern oder Veranstaltern eines oder mehrerer privater lokaler, landes- und bundesweiter Radio- oder TV-Programme zusammen, die im Jahr 2015 oder 2016 im Besitz einer Lizenz von einer der 14 deutschen Landesmedienanstalten waren, über mindestens eine Betriebsstätte in Deutschland verfügten sowie im Erhebungszeitraum wirtschaftlich aktiv waren. Hinzu kamen alle bei den Landesmedienanstalten registrierten Webradios und Web-TV-Sender. Als Basis für die zu befragenden Anbieter der Grundgesamtheit (brutto) dienten das „Verzeichnis privates Fernsehen“ sowie das „Verzeichnis privater Hörfunk“ des ALM-Jahrbuches 2016/2017.

Grundsätzlich nicht berücksichtigt wurden Programme in lokalen Kabelanlagen oder Gemeinschaftsantennenanlagen mit einer technischen Reichweite unter 10.000 angeschlossenen Haushalten sowie nicht-kommerzielle (inkl. Ausbildungsprogramme) oder rein spendenfinanzierte Hörfunk- und Fernsehanbieter.

Die Grundgesamtheit (netto) der Erhebung umfasste 295 einzelne Fernsehprogramme, davon:

  • 52 bundesweite Free-TV-Programme
  • 84 bundesweite Pay-TV-Programme
  • 20 bundesweite Teleshopping-Programme
  • 10 landesweite Fensterprogramme
  • 116 lokale Programme
  • 13 lokale Spartenprogramme
  • Zusätzlich wurden 24 lizenzierte Web-TV-Sender für die wirtschaftliche Erhebung berücksichtigt.

Im privaten Hörfunk konnten insgesamt 269 Programme gezählt werden, davon:

  • 18 bundesweite Hörfunk-Programme (inkl. DAB-Only)
  • 65 landesweite Hörfunk-Programme (inkl. DAB-Only)
  • 186 lokale Hörfunk-Programme (inkl. DAB-Only)
  • Zusätzlich wurden 114 gemeldete Webradios für die wirtschaftliche Erhebung berücksichtigt.

Die Anbieter der insgesamt 138 bei den Landesmedienanstalten lizenzierten bzw. angemeldeten Online-Only-Angebote wurden im Rahmen der diesjährigen Erhebung erstmalig auch gebeten, an der Befragung teilzunehmen. Da der Rücklauf bei diesen Anbietern jedoch sehr gering ausfiel, konnte eine gesonderte Auswertung ihrer Angaben auf Grund mangelnder Belastbarkeit nicht durchgeführt werden. Für die Ergebnisse zu Online-Video und Online-Audio wurden daher insbesondere die Daten der klassischen Rundfunkteilnehmer und ihrer Web-Angebote analysiert sowie auf wenige Sekundärquellen zurückgegriffen.

Die Angaben und Analysen zur Ertrags- und Aufwandssituation sowie zu den Beschäftigungsdaten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks basieren auf den folgenden Quellen:

  • Für 2015 wurden die Ertrags- und Aufwandsdaten sowie die Zahl der besetzten Planstellen den jeweiligen Jahres- und Geschäftsberichten der Landesrundfunkanstalten, des Deutschlandradios, der Deutschen Welle, dem Jahresabschluss des ZDF sowie der ARD-Werbestatistik entnommen.
  • Für 2016 wurden die Ertrags- und Aufwandsdaten sowie die Zahl der besetzten Planstellen den jeweiligen Jahres- und Geschäftsberichten der Landesrundfunkanstalten, des Deutschlandradios, der Deutschen Welle, dem Jahresabschluss ARD-Werbestatistik entnommen. Beim ZDF wurde hier auf den Haushaltsplan für das Jahr 2016 abgestellt.
  • Für 2015 und 2016 wurden zusätzlich Angaben der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) herangezogen.
  • Angaben zur Verteilung der Beschäftigung auf die Länder wurden direkt bei den entsprechenden Mehrländeranstalten (NDR, SWR, MDR), dem Deutschlandradio und der Deutschen Welle angefragt. Für das ZDF wurde auf Angaben aus dem ZDF-Jahrbuch zurückgegriffen.

Ausschöpfung

Die Erhebung war als Vollerhebung zu den im oberen Abschnitt – Grundgesamtheit genannten Veranstaltern bzw. Programmen konzipiert. 459 der insgesamt 564 zur bereinigten Grundgesamtheit gehörenden Fernseh- und Hörfunkprogramme sind in die Untersuchung eingegangen. Gründe für ein Herausfallen aus der Grundgesamtheit können beispielsweise eine fehlende relevante Geschäftsaktivität in den Jahren 2015/16 sein, ebenso wie eine gestörte Kontaktaufnahme mit Sendern, die ihre Geschäftstätigkeit 2015 bzw. 2016 einstellten. Für die Erhebung 2017 entspricht die Ausschöpfungsrate der Grundgesamtheit 81,4 Prozent.

Erhebungsmethode und -zeitraum

Wie in den Vorgängerstudien wurden die Programmanbieter mithilfe standardisierter Fragebögen befragt, die die Anbieter per E-Mail erhielten. Befragt wurden in der Regel Geschäftsführer oder, insbesondere bei größeren Unternehmen, Verantwortliche aus den Bereichen Buchhaltung, Unternehmenskommunikation oder Medienpolitik. Die Erhebung wurde in der Zeit vom 01. Juni bis 15. September 2017 durchgeführt.

Bei der Berechnung des Kostendeckungsgrades wurden den gesamten Erlösen der Branche (Rundfunk, TV oder Hörfunk), eines Marktsegmentes (Free- und Pay-TV oder lokaler Hörfunk) oder eines Bundeslandes die jeweils gesamten Kosten gegenübergestellt. Die Bezeichnung Kostendeckung erklärt hier also das Verhältnis von Erträgen zu Aufwendungen. Ist der Kostendeckungsgrad größer als 100 Prozent, so ist in der Branche/dem Marktsegment oder dem Bundesland über alle Unternehmen hinweg insgesamt ein Gewinn entstanden. Dies schließt nicht aus, dass einzelne Unternehmen dennoch defizitär gewirtschaftet haben. Umgekehrt gilt: Ist der Kostendeckungsgrad niedriger als 100 Prozent, so ist in der Branche/dem Marktsegment oder dem Bundesland insgesamt ein Verlust entstanden. Dies wiederum schließt aber nicht aus, dass einzelne Unternehmen in der betrachteten Periode profitabel gewirtschaftet haben.

Der Fragebogen zielte auf die Ermittlung von Umfang und Struktur der Unternehmensbeschäftigung, der Höhe der Jahreserträge und -aufwendungen sowie deren Zusammensetzung und der Höhe der Investitionen für betriebliche Zwecke. Zusätzlich wurden die Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr 2017 und insbesondere zum gegenwärtigen und zukünftigen Umsatzanteil der Online- bzw. Mobile-Geschäftsfelder erfasst. Außerdem wurden die Anbieter nach den Umsatz- und Kostenanteilen ihrer Online-Aktivitäten befragt. Darüber hinaus wurden die Hörfunkanbieter gebeten, anzugeben, welche Anteile der DAB+- bzw. Web-Betrieb an ihrer Gesamtbeschäftigung, an den Gesamterträgen und -aufwendungen ausmacht.