Ergebnisse

 

Im Jahr 2016 erwirtschafteten die privaten und öffentlich-rechtlichen Rundfunkunternehmen in Deutschland insgesamt 20,4 Mrd. Euro – das sind 635 Mio. Euro mehr als noch 2015. Wachstumstreiber waren vor allem die bundesweiten Free- und Pay-TV-Anbieter mit einem Ertragsplus gegenüber 2015 von 410 Mio. Euro sowie die Teleshopping-Anbieter mit Mehreinnahmen von 78 Mio. Euro. Auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk konnte seine Erträge 2016 um knapp 130 Mio. Euro steigern.

 

PDF Download: Bundesweite Ergebnisse der Studie Wirtschaftliche Lage des Rundfunks in Deutschland 2016/2017

Link zur Pressemitteilung: Neue Studie zur wirtschaftlichen Lage des Rundfunks in Deutschland erschienen

PDF Download: Ergebnispräsentation von Goldmedia zur wirtschaftlichen Lage des Rundfunks in Deutschland

 

PDF Download: Wirtschaftliche Lage des Rundfunks in Bayern

Link zur Pressemitteilung: Wirtschaftliche Lage der privaten Rundfunkanbieter in Bayern 2016

 

PDF Download: Wirtschaftliche Lage des Rundfunks in Berlin und Brandenburg

PDF Download: Wirtschaftliche Lage des Rundfunks in Rheinland-Pfalz

PDF Download: Wirtschaftliche Lage des Rundfunks in Thüringen

 

Ergebnisse Fernsehen

Der Wachstumskurs bundesweiter Free- und Pay-TV-Sender hält an. Nach Expertenschätzung begegnen die Anbieter dem zunehmenden insbesondere international geprägten Wettbewerbsdruck sowie einer fortschreitenden Konvergenz der Medien mit der Entwicklung und dem Ausbau nonlinearer Angebote. Auch sollen neue Angebotsformen wie Virtual Reality und Automatisierung mit Adressable TV oder Programmatic Advertising das Wachstum weiter voranbringen.

Rahmendaten

Der Free- und Pay-TV-Markt in Deutschland zählte 2016 insgesamt 136 Programme am Markt. Davon entfallen 52 Angebote (zwei weniger im Vergleich zu 2014) auf die privaten Free-TV-Angebote und 84 (sechs mehr im Vergleich zu 2014) auf Pay-TV-Angebote.

Geschäftsentwicklung im privaten Free- und Pay-TV

Seit 2010 steigen die Erträge im privaten Free- und Pay-TV kontinuierlich an (Abb. 1). Sie lagen 2016 bei 7,91 Mrd. Euro – dies entspricht einem Plus von 410 Mio. Euro gegenüber 2015. Der Gesamtaufwand stieg 2016 auf 6,91 Mrd. Euro, 216 Mio. mehr als im Vorjahr. Auch die Pay-TV- und VoD-Erträge legen seit Jahren zu. 2016 waren es 2,38 Mrd. Euro. Für das aktuelle Geschäftsjahr 2017 rechnen die Anbieter mit einer stabilen Entwicklung und einem Kostendeckungsgrad von 114 Prozent. 

Erträge und Aufwände im privaten Free- und Pay-TV 2016

Beim privaten Fernsehen stellen noch immer überregionale Werbeeinnahmen die wichtigste Ertragsquelle dar, hinzu kommen vor allem Abonnementgebühren. Mit klassischen Werbespots erwirtschafteten die Anbieter 2016 rund 57 Prozent ihrer Erträge, durch Pay-TV-Abonnements 28 Prozent. Pay-TV-Erträge verzeichnen dabei eine leichte Zunahme um 3 Prozent im Vergleich zu 2014. Auf der Ausgabenseite machen sonstige Kosten (45,2 Prozent) sowie Sachkosten für Materialaufwand (13,8 Prozent) oder PR und Werbung (8,0 Prozent) den Großteil der Gesamtkosten aus. Die Personalkosten sanken leicht – von 14 Prozent im Jahr 2014 auf 12 Prozent im Jahr 2016.

Der Wachstumstrend, der sich bei der Entwicklung der TV-Werbeerträge und Pay-TV-Erträge in den vergangenen Jahren abzeichnet, soll sich bis mindestens 2018 fortsetzen. Nach Berechnungen auf Basis der Prognose des Verbands Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) soll dieser Zuwachs beim Pay-TV größer als der von TV-Werbeerträgen ausfallen: 2018 soll das Pay-TV 2,93 Mrd. Euro und damit mehr als 35 Prozent an den TV-Umsätzen aus Werbung und Abonnements (inkl. VoD) ausmachen. 2016 liegt dieser Wert noch bei 2,38 Mrd. Euro. Für die Einnahmen aus Online- und Mobile-Werbung wird ein Anstieg auf 460 Mio. Euro im Jahr 2022 erwartet. Das entspricht mehr als einer Verdopplung gegenüber 2016, wo mit Online- und Mobile-Werbung noch lediglich 190 Mio. Euro erwirtschaftet wurden.

Beschäftigung

Nach zuletzt abnehmenden Beschäftigungszahlen im Gesamtmarkt verzeichneten die bundesweiten Programmveranstalter im privaten Free- und Pay-TV Mitte 2017 wieder einen Beschäftigtenanstieg um 129 Mitarbeiter (2016: 12.742 Mitarbeiter, 2017: 12.871 Mitarbeiter). Der Anteil der festangestellten Mitarbeiter an der Gesamtbeschäftigung lag 2016 bei 89 Prozent, eine feste Vollzeitstelle hatten dabei 62 Prozent der Mitarbeiter. Der Anteil von Mitarbeitern im Programmbereich fällt mit 33 Prozent der festen und freien Mitarbeiter verglichen mit dem Anteil im landesweiten und lokalen Fernsehen gering aus. Im Online-Bereich werden bereits 12 Prozent der Mitarbeiter eingesetzt. Gleichwohl können Mitarbeiter auch mehreren Bereichen zugeordnet sein.

 

Ergebnisse Radio

Die privaten Hörfunkanbieter in Deutschland erzielten 2016 einen Gesamtertrag von 700 Mio. Euro. Die Umsätze aus Werbung beliefen sich auf 598 Mio. Euro, was einem Erlösanteil von 85 Prozent entsprach. Zusammen erreichten die privaten Hörfunkanbieter einen Kostendeckungsgrad von 115 Prozent. Das Online-Geschäft der UKW/DAB+-Hörfunkanbieter war, verglichen mit den Erträgen aus klassischer Spotwerbung, in 2016 noch eher unbedeutend: Insgesamt erwirt­schafteten die privaten UKW/DAB+-Hörfunkanbieter mit Online-Audio-Angebo­ten 2016 Erträge in Höhe von 7,4 Mio. Euro.

Wirtschaftliche Lage von DAB+-Radio

Die Hörfunkanbieter erzielten 2016 mit originären DAB+-Programmen Erträge in Höhe von 6,4 Mio. Euro, dies entspricht einem Anteil am gesamten Hörfunkmarkt von unter einem Prozent. Für die Produktion der originären DAB+-Programme mussten die Anbieter gleichzeitig 9,1 Mio. Euro aufwenden. Insgesamt arbeiteten die Anbieter 2016 mit ihren originären Digitalradio-Programmen demnach nicht kostendeckend und erwirtschafteten ein Minus von 2,7 Mio. Euro, auch wenn einzelne Anbieter bereits positive Betriebsergebnisse erzielen konnten.